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Shiatsu 172

Shiatsu bedeutet auf Japanisch „Fingerdruck“ und bezeichnet eine Form der Massage, die auf den gleichen philosophischen Grundlagen basiert wie Akupunktur und Akupressur.

Shiatsu ist eine japanische Massagetechnik, deren Wurzeln in der chinesischen Heilkunde liegen. Im 10. Jahrhundert vermischten sich mit dem Bekanntwerden der Traditionellen Chinesischen Medizin in Japan die Vibrationsmassage mit Handtellern sowie mit Drücken und Massieren bestimmter Punkte („Anma“) mit dem Tao-yin, einer speziellen Atemtechnik.

Der Begriff „Shiatsu“ wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts geprägt, als japanische Therapeuten den medizinischen Nutzen der alten Massagetechnik Anma neu entdeckten. Im Jahr 1940 gründete Tokujiro Namikoshi (1905-2000) die erste Shiatsu-Schule in Japan. Seit 1954 ist Shiatsu von der japanischen Regierung offiziell anerkannt und wird als Methode zur Diagnose und Behandlung von Erkrankungen angewendet. In den USA und Europa ist Shiatsu durch Shizuto Masunaga (1925-1981), einen Schüler Namikoshis, in den 1970er Jahren bekannt geworden. Die wichtigsten Vertreter von Shiatsu leben heute ausserhalb Japans. Aus diesem Grund erfolgt die Weiterentwicklung der Methode mittlerweile hauptsächlich in den westlichen Ländern.

Shiatsu basiert auf den Theorien und Prinzipien der Traditionellen Chinesischen Medizin. Dazu gehört unter anderem die Vorstellung, dass der menschliche Körper von einer Lebenskraft oder Lebensenergie (chinesisch Qi, japanisch Ki) durchströmt wird und dass diese Lebensenergie in genau definierten Leitbahnen (Meridianen) fliesst. Die Meridiane leiten die Lebensenergie durch den ganzen Körper und bilden so einen Energiekreislauf, der Organe und Organsysteme zu funktionellen Einheiten verbindet. Das Wohlbefinden des Menschen ist vom harmonischen Fluss und von der gleichmässigen Verteilung der Energie im Körper abhängig. Beschwerden und Krankheiten entstehen, wenn das gleichmässige Zirkulieren der Lebensenergie im Körper unterbrochen oder gestört ist.

Mithilfe von Shiatsu lässt sich erkennen, ob in einer bestimmten Körperregion ein Energiemangel („Kyo“) oder ein Energieüberschuss („Jitsu“) vorliegt. Ziel der Behandlung ist es, die blockierte Energie wieder in Fluss zu bringen und die Meridiane in ihrer Gesamtheit zu harmonisieren. Dadurch sollen auch die Selbstheilungskräfte des Körpers angeregt werden. Anders als bei der Traditionellen Chinesischen Medizin stehen aber nicht die einzelnen Meridianpunkte im Mittelpunkt, sondern die Hauptmeridiane als Ganzes.

Quelle: EMR Schweiz

Notwendige Ausbildungsdauer in Std. für die Krankenkassenanerkennung in der Schweiz:

Methodenausbildung: 500
Schulmedizinische Ausbildung: 150

EMR-Methode Nr. 172



 

 

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