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Muskelreflexzonenmassage 129

Die Muskelreflexzonenmassage ist eine Form der Reflexzonenmassage, bei der vorwiegend die Muskulatur massiert wird.

Die Grundlagen der Reflexzonenmassage gehen auf die Erkenntnisse des englischen Neurologen Sir Henry Head (1861-1940) zurück. Er entdeckte 1893, dass innere Organe über Nervenbahnen mit bestimmten Hautarealen in enger Verbindung stehen. Diese genau definierten Hautbezirke wurden später Head’sche Zonen oder Reflexzonen genannt. Analog dazu postulierte der englische Kardiologe Sir James MacKenzie (1853-1925) Bereiche in der Skelettmuskulatur, die sogenannten MacKenzie-Zonen, in denen Erkrankungen innerer Organe Schmerzen erzeugen. Ein Beispiel hierfür sind die Schmerzen im linken Arm bei einem Herzinfarkt.

Der deutsche Sportmediziner Wolfgang Kohlrausch (1888-1980) führte weitergehende Untersuchungen über die reflektorischen Wechselbeziehungen zwischen inneren Organen und Skelettmuskulatur durch und erstellte ein System von muskulären Maximalpunkten. Dabei handelt es sich um schmerzempfindliche Druckpunkte in der Muskulatur, die vor allem bei der Muskelreflexzonenmassage behandelt werden.

Das Wissen über den Zusammenhang zwischen den Reflexzonen der Haut oder der Muskulatur und den inneren Organen bildet die Grundlage für viele verschiedene Therapien wie zum Beispiel Kälte- und Wärmeanwendungen oder Neuraltherapie. Im Lauf der Zeit entstanden mehrere Massageformen, die die Reflexzonen nach unterschiedlichen Gesichtspunkten und auf verschiedene Art und Weise behandeln. Dazu gehören die Muskelreflexzonen-, die Bindegewebs- und die Colonmassage.

Head fand heraus, dass erkrankte Organe in bestimmten Regionen der Haut schmerzhafte Veränderungen hervorrufen können. Der Grund dafür ist, dass die jeweiligen Hautbereiche mit den entsprechenden Organen über Nervenbahnen verbunden sind, die demselben Segment des Rückenmarks entspringen. Head teilte deshalb die Körperoberfläche in Segmente oder Zonen ein, die jeweils einem bestimmten Rückenmarksegment zugeordnet sind. Über die Nervenverschaltungen steht jedes dieser Segmente in enger Verbindung mit bestimmten inneren Organen.

Diese Zusammenhänge beschränken sich jedoch nicht nur auf die Haut, sondern es sind alle Gewebeschichten des jeweiligen Segments beteiligt. Bei Erkrankung eines Organs finden sich deshalb reflektorische Veränderungen in der Haut, im Bindegewebe, in der Muskulatur, der Knochenhaut und den Lymphgefässen des dazu gehörigen Segments. Verspannungen, Überempfindlichkeit oder Schmerzen in einer Hautzone oder bestimmten Muskelbereichen können deshalb Hinweise auf eine Erkrankung des jeweiligen Organs liefern.

Die Verbindungen zwischen inneren Organen und Körpersegmenten macht man sich bei den verschiedenen Formen der Reflexzonenmassage in umgekehrter Richtung zu Nutze: Durch die Massage der betroffenen Bereiche an der Körperoberfläche soll die Funktion des entsprechenden Organs positiv beeinflusst werden.

Quelle: EMR Schweiz

Notwendige Ausbildungsdauer in Std. für die Krankenkassenanerkennung in der Schweiz:

Methodenausbildung: 150
Schulmedizinische Ausbildung: 150

EMR-Methode Nr. 129



 

 

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