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Mesotherapie 120

Die Mesotherapie ist ein Therapieverfahren, bei dem sehr niedrige Dosen von Arzneimitteln in die mittlere (meso) Hautschicht des erkrankten Körperteils injiziert werden.

Die Mesotherapie geht auf den französischen Arzt Michel Pistor (1924-2003) zurück, der 1952 einem tauben Hufschmied einen Medikamentencocktail um das Ohr herum in die mittlere Hautschicht injizierte. Kurze Zeit nach dieser Behandlung konnte der Hufschmied wieder hören. Durch diesen Erfolg ermutigt, weitete Pistor sein Verfahren auf andere Krankheitsgebiete aus. Im Jahr 1958 veröffentlichte Pistor seine Behandlungserfolge mit der neuen Methode, die er als Mesotherapie bezeichnete.

Die Mesotherapie ist hauptsächlich in Frankreich und in der französischsprachigen Schweiz bekannt, wo es seit 1979 eine Schweizerische Gesellschaft für Mesotherapie gibt. In Deutschland wurde die entsprechende Gesellschaft 1984 gegründet.

Die wichtigsten Therapieprinzipien der Mesotherapie wurden von ihrem Begründer Pistor schon 1952 definiert und lauten: „wenig – selten – am richtigen Ort“. „Wenig“ bedeutet, dass eine geringe Medikamentendosis verwendet wird. „Selten“ steht dafür, dass die Therapie nur selten angewendet werden muss, weil das Medikament wegen der Depotwirkung der Injektionen länger wirkt. „Am richtigen Ort“ bezieht sich auf den Einsatz der Medikamente, die ausschliesslich am gewünschten Wirkort appliziert werden.

Bei der herkömmlichen Arzneimitteltherapie werden Medikamente in der Regel oral, intramuskulär oder intravenös verabreicht. Dabei muss zum Beispiel ein oral eingenommenes Arzneimittel zuerst den Magen-Darm-Trakt und dann den Blutkreislauf passieren, bis es den Ort der Erkrankung erreicht. Um eine ausreichende Wirkstoffkonzentration am Zielort zu erreichen, müssen relativ hohe Medikamentendosen eingesetzt werden, was mit entsprechenden Nebenwirkungen verbunden sein kann. Bei der Mesotherapie wird der „Umweg“ über den Blutkreislauf vermieden: Durch Mikroinjektionen von Medikamentenmischungen in die Haut, möglichst nah am Ort der Schmerzen oder der Erkrankung, kann bereits mit sehr geringen Dosen eine schnelle Wirkung erzielt werden. Darüber hinaus haben die Injektionen einen Depoteffekt: Die Wirkstoffe binden lokal an das Hautgewebe und werden von dort allmählich in das umgebende Gewebe abgegeben.

Quelle: EMR Schweiz

Notwendige Ausbildungsdauer in Std. für die Krankenkassenanerkennung in der Schweiz:

Methodenausbildung: 500
Schulmedizinische Ausbildung: 600

EMR-Methode Nr. 120


 

 

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