Therapiemethoden Gesundheits-Tipps Lexikon Fachschulen Heilsteine

Maltherapie 114

Bei der Maltherapie handelt es sich um eine Form der Kunsttherapie, in der das Malen des Patienten diagnostisch und therapeutisch genutzt wird.

Verschiedene Entwicklungen in der Psychologie, Psychotherapie, Psychiatrie und Pädagogik beeinflussten die Entstehung der Kunsttherapie. So beschäftigten sich Ende des 19. Jahrhunderts französische Psychiater mit der Bedeutung der Kunst von „Geisteskranken“, welche ihre Wahnvorstellungen und Ängste bildlich dargestellt hatten. In den 1930er Jahren fand das bildnerische Gestalten in den Psychiatrien Beachtung durch Veröffentlichungen der Psychiater Hans Prinzhorn in Deutschland (Bildnerei der Geisteskranken, Berlin 1922) und Walter Morgenthaler in der Schweiz (Ein Geisteskranker als Künstler, Bern 1921).

Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden in den USA und in Europa erste Konzepte, künstlerisches Gestalten auch in die Therapie von psychisch Kranken einfliessen zu lassen. Im deutschsprachigen Raum stehen erste kunsttherapeutische Ansätze zudem mit der Entwicklung der anthroposophischen Medizin um 1920 im Zusammenhang, welche künstlerische Therapien in die Behandlung von Patienten integrierte.

Der Begriff „Kunsttherapie“ wurde 1941 erstmals von der amerikanischen Psychotherapeutin Margaret Naumburg verwendet, die zusammen mit der Österreicherin Edith Kramer als Begründerin der Kunsttherapie gilt. Ihr Ausgangspunkt war die kunsttherapeutische Arbeit mit Kindern.

Heute existieren verschiedene kunsttherapeutische Behandlungsansätze, die sich hinsichtlich der zugrunde liegenden Konzepte unterscheiden, zum Beispiel ausgerichtet an der Freud’schen Psychoanalyse oder der Gestalttherapie von Fritz Perl. Bei der Maltherapie handelt es sich um eine eigenständige Form der Kunsttherapie, für die eine spezielle Ausbildung notwendig ist.

Aus der Form- und Farbgebung eines Bildes oder eines anderen Kunstwerks können unbewusste Bedürfnisse sowie Konflikte des Malenden abgeleitet werden. Durch die Betrachtung des Bildes und seiner Symbolik können innere Zusammenhänge erkannt werden, deren Wahrnehmung das Finden von kreativen Lösungen erleichtert. Darüber hinaus eröffnet das Malen neue Ausdrucksmöglichkeiten, trainiert das bildhafte Gedächtnis und fördert Konzentration, Ausdauer und Kreativität. Auf diese Weise übt die eigene schöpferische Tätigkeit einen heilenden Einfluss auf den Patienten aus.

Quelle: EMR Schweiz

Notwendige Ausbildungsdauer in Std. für die Krankenkassenanerkennung in der Schweiz:

Methodenausbildung: 300
Schulmedizinische Ausbildung: 150

EMR-Methode Nr. 114


 

 

nach oben