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Lichttherapie 109

Die Lichttherapie ist ein von der wissenschaftlichen Medizin anerkanntes Verfahren zur Behandlung von Depressionen und anderen lichtabhängigen Erkrankungen mittels Sonnenlicht oder künstlichem Licht.

Die Anwendung von Sonnenlicht oder künstlichem Licht zu Heilzwecken hat in der Medizin eine lange Tradition. So wird zum Beispiel UV-Licht zur Behandlung von Schuppenflechte oder Neurodermitis eingesetzt, Infrarotlicht eignet sich bei rheumatischen Beschwerden, und eine Neugeborenengelbsucht wird in der Regel durch eine Bestrahlung mit blauem Licht behandelt. Seit den 1980er Jahren gilt die Behandlung mit starkem, weissem Licht als Therapieform der Wahl bei saisonalen Depressionen, Schlafstörungen und Störungen des Tag-Nacht-Rhythmus.

Licht ist für den menschlichen Körper der Zeitgeber, der den Tag-Nacht-Rhythmus synchronisiert und zahlreiche biologische Funktionen steuert. Die vom Auge aufgenommenen Lichtstrahlen werden über Nervenverbindungen in eine kleine Region im Gehirn geleitet, den Hypothalamus. Dieser Gehirnbereich fungiert als Schrittmacher, der den Wach-Schlaf-Rhythmus des Körpers an die äusseren Lichtverhältnisse anpasst. Dies geschieht mit Hilfe von Hormonen. Bekommt der Hypothalamus zum Beispiel vom Auge die Information „Nacht“, wird die Ausschüttung des schlaffördernden Hormons Melatonin gesteigert. Das Tageslicht hat dagegen eine Reduktion der Melatonin-Produktion zur Folge und aktiviert gleichzeitig die Ausschüttung von Serotonin und Noradrenalin. Diese Botenstoffe bringen den Körper in Schwung und haben einen positiven Einfluss auf die Stimmung. Auch die Produktion zahlreicher anderer Hormone, die Körperfunktionen wie Blutdruck, Atmung, Stoffwechsel sowie Hunger- und Durstgefühle steuern, werden vom Hypothalamus reguliert.

Bei fortdauerndem Lichtmangel, zum Beispiel im Winter oder bei ständigem Aufenthalt in Räumen mit künstlichem Licht, wird im Körper der komplexe Haushalt der Hormone gestört, und es kommt zu psychischen und chronobiologischen Beschwerden. Eine Lichttherapie kann helfen, das Lichtdefizit auszugleichen und hormonelle Disbalancen zu beheben.

Quelle: EMR Schweiz

Notwendige Ausbildungsdauer in Std. für die Krankenkassenanerkennung in der Schweiz:

Methodenausbildung: 150
Schulmedizinische Ausbildung: Naturheilpraktiker oder Arzt

EMR-Methode Nr. 109


 

 

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