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Hämatogene Oxydationstherapie 87

Die hämatogene Oxidationstherapie (HOT) ist eine spezielle Form der Eigenbluttherapie (griechisch „haemato“ = Blut; chemisch „Oxidation“ = Verbindung eines chemischen Stoffes mit Sauerstoff). Bei diesem apparativen Verfahren wird dem Patienten aus einer Vene Blut entnommen, das dann ausserhalb des Körpers mit Sauerstoff und UV-Licht behandelt und wieder in den Körper zurückgeführt wird.

Die eigentlichen Begründer der Eigenbluttherapie waren die in Amerika lebenden schwedischen Ärzte Grafstrom und Elfstrom. Sie behandelten gegen Ende des 19. Jahrhunderts lungenkranke Patienten, indem sie ihnen ihr eigenes, mit Kochsalz verdünntes Blut injizierten. Ihre Erfolge begründeten sie damit, dass sich im Eigenblut Abwehrstoffe befinden.

1905 beobachtete der deutsche Chirurge August Bier (1861-1949), dass Knochenbrüche schneller verheilten, wenn sich an der Bruchstelle ein Hämatom (Bluterguss) bildete. Aufgrund dieser Beobachtung begann Bier, schlecht heilende Knochenbrüche zu „reizen“, indem er mit Eigenblutinjektionen eine Entzündung mit Rötung und Schwellung auslöste (Reiztherapie). Den folgenden Heilungsvorgang führte er darauf zurück, dass künstlich erzeugte Entzündungen einen Reiz darstellen, der die natürlichen Heilungsprozesse des Körpers aktiviert.

In den 1920er Jahren wurde die Eigenblutbehandlung zunehmend populär und es wurden verschiedene Möglichkeiten zur Optimierung dieser Therapie geprüft. Einer der Pioniere auf diesem Gebiet war der Schweizer Arzt Federico Wehrli, der 1925 damit begann, Patientenblut mit UV-Strahlen zu behandeln. Später kombinierte er die Bestrahlung des Bluts mit einer Sauerstoffbehandlung. Diese sogenannte hämatogene Oxidationstherapie und das eigens dafür entwickelte Gerät stellte Wehrli erstmals 1956 öffentlich vor.

Jeder Reiz, der auf einen Teil des Körpers ausgeübt wird, hat über Regulationssysteme eine fortgeleitete Reaktion des ganzen Organismus zur Folge. Bei der Eigenbluttherapie wirkt das zuerst entnommene und anschliessend wieder injizierte Blut als Reiz. Das Blut wird vom Organismus als Fremdsubstanz eingestuft, was das Immunsystem aktiviert und zu einer vermehrten Produktion von Immunzellen führt. Auf diese Weise kommt es zu einer allgemeinen Steigerung der Krankheitsabwehr. Zunächst kann es unter der Eigenbluttherapie zu einer Verschlimmerung der Beschwerden (zum Beispiel erhöhte Körpertemperatur) kommen, was ein Zeichen für die Aktivierung der Selbstheilungskräfte des Körpers ist. Aus diesem Prozess heraus ist dann eine Heilung möglich.

Diese Wirkung der Eigenbluttherapie wird bei der HOT verstärkt, indem das entnommene Venenblut in einem speziellen Gerät mit Sauerstoff aufgeschäumt, mit UV-Licht bestrahlt und anschliessend dem Patienten intravenös zurückgeführt wird. Das Aufschäumen bewirkt eine erhebliche Vergrösserung der Blutoberfläche, wodurch die UV-Strahlen besser vom Blut absorbiert werden können. Die UV-Bestrahlung löst im Blut verschiedene chemische Reaktionen aus, wodurch das Blut in einen „Wirkstoff“ umgewandelt wird. Das Reinjizieren des aktivierten Bluts verbessert die Durchblutung, erleichtert die Sauerstoffaufnahme ins Gewebe und stimuliert das Immunsystem und den Stoffwechsel.


Quelle: EMR Schweiz

Notwendige Ausbildungsdauer in Std. für die Krankenkassenanerkennung in der Schweiz:

Methodenausbildung: 150
Schulmedizinische Ausbildung: Arzt FMH

EMR-Methode Nr. 87

 

 

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