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Figurenspieltherapie 158

Bei der Figurenspieltherapie handelt es sich um eine psychotherapeutisch-pädagogisch orientierte Therapieform, bei der Figuren oder Puppen als therapeutische Hilfsmittel verwendet werden.

Die Figurenspieltherapie wurde von der Schweizerin Käthy Wüthrich unter der Bezeichnung Puppenspiel-Therapie entwickelt. Nachdem Wüthrich eine Kunstgewerbeschule und eine pädagogische Ausbildung absolviert hatte, übte sie mehrere Jahre lang den Beruf einer Puppenspielerin aus. Im Lauf dieser Zeit machte Käthy Wüthrich die Erfahrung, dass sich das Puppenspiel auch zu therapeutischen Zwecken einsetzen lässt. Zusammen mit dem Psychologen Klaus Harter entwickelte sie schliesslich eine Therapieform, bei der das Spiel mit Handpuppen im Mittelpunkt steht.

Im Jahr 1990 gründete Käthy Wüthrich in Buchs im Kanton Nidwalden das Institut für Puppenspiel-Therapie, das sie bis 2005 leitete. 2006 entstand der Verein „Fach- und Kontaktstelle für therapeutisches Puppenspiel“ (FFT), der in den folgenden Jahren das Ausbildungskonzept überarbeitete und die neue Bezeichnung „Figurenspieltherapie“ einführte. Seit 2009 kann man in Interlaken an der Höheren Fachschule für pädagogisches und therapeutisches Figurenspiel ein Diplom für therapeutisches Figurenspiel erwerben.

Grundlage der Figurenspieltherapie sind die Prinzipien der Entwicklungspsychologie nach C. G. Jung. Während bei Jung die Konflikte verbal durchgespielt und analysiert werden, kommen bei der Figurenspieltherapie Figuren, Handpuppen und andere Requisiten als therapeutisches Medium zum Einsatz. Der therapeutische Prozess kann durch andere spielerische, kreative Tätigkeiten wie Geschichten erzählen, Malen oder Zeichnen ergänzt werden. Die Figurenspieltherapie wird vor allem bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen angewendet.

Die Kinder wählen die Figuren aus, die ihrem inneren Bedürfnis entsprechen und spielen mit ihnen eigene Geschichten und Handlungsabläufe. Dabei kommen elementare Gefühle wie Freude, Angst, Wut, Trauer und Hilflosigkeit zum Vorschein, die das Kind nicht mit Worten ausdrücken kann. Die spielerische Auseinandersetzung leitet einen psychischen Prozess ein, den der Figurenspieltherapeut aufmerksam beobachtet, begleitet und mit gezielten Interventionen unterstützt. Unter seiner Anleitung erhält der Patient die Möglichkeit, seine Konfliktsituationen zu verstehen und Lösungsmöglichkeiten zu finden und auszuprobieren.

Quelle: EMR Schweiz

Notwendige Ausbildungsdauer in Std. für die Krankenkassenanerkennung in der Schweiz:

Methodenausbildung: 300
Schulmedizinische Ausbildung: 150

EMR-Methode Nr. 158

 

 

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