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Eigenbluttherapie / Autosanguisstufentherapie 61

Die Eigenbluttherapie ist eine Reiztherapie, bei der das zuvor aus einer Vene entnommene Blut entweder unbehandelt oder aufbereitet wieder in den Körper zurückgespritzt wird. Die Autosanguisstufentherapie ist eine spezielle Form der Eigenbluttherapie.

Die eigentlichen Begründer der Eigenbluttherapie waren die in Amerika lebenden schwedischen Ärzte Grafstrom und Elfstrom. Sie behandelten gegen Ende des 19. Jahrhunderts lungenkranke Patienten, indem sie ihnen ihr eigenes, mit Kochsalz verdünntes Blut injizierten. Sie begründeten ihre Erfolge damit, dass sich im Eigenblut Abwehrstoffe befinden.

1905 beobachtete der deutsche Chirurge August Bier (1861-1949), dass Knochenbrüche schneller verheilten, wenn sich an der Bruchstelle ein Hämatom (Bluterguss) bildete. Aufgrund dieser Beobachtung begann Bier, schlecht heilende Knochenbrüche zu „reizen“, indem er mit Eigenblutinjektionen eine Entzündung mit Rötung und Schwellung auslöste. Den folgenden Heilungsvorgang begründete er damit, dass künstlich erzeugte Entzündungen (Reiztherapie) einen Reiz darstellen, der die natürlichen Heilungsprozesse des Körpers aktiviert.

In den 1920er-Jahren wurde die Eigenblutbehandlung zunehmend populär und es wurden verschiedene Möglichkeiten zur Optimierung dieser Therapie geprüft, zum Beispiel wurde das entnommene Blut mit Sauerstoff angereichert oder mit UV-Licht bestrahlt.

Mit der Erfindung von Antibiotika und modernen Medikamenten wurde die Methode später in der Schulmedizin nahezu verdrängt. Die Eigenbluttherapie findet heute in der Naturheilkunde wieder Anwendung.

Die Autosanguisstufentherapie wurde vom deutschen Arzt Hans-Heinrich Reckeweg (1905-1985) entwickelt, in Anlehnung an die Homotoxin-Therapie. Die Homotoxikologie begründet sich darauf, dass Krankheiten die Folge von Vergiftungen sind. Die Gifte entstehen entweder im Körper oder werden von aussen aufgenommen. Die Autosanguisstufentherapie beruht auf der Vorstellung, dass krankes Blut in verdünnter Form zur Entgiftung des Organismus beitragen kann.

Jeder Reiz, der auf einen Teil des Körpers ausgeübt wird, hat über Regulationssysteme eine fortgeleitete Reaktion des ganzen Organismus zur Folge. Bei der Eigenbluttherapie wirkt das zuerst entnommene und anschliessend wieder injizierte Blut als Reiz. Das Blut wird vom Organismus als Fremdsubstanz eingestuft, was das Immunsystem aktiviert und zu einer vermehrten Produktion von Immunzellen führt. Auf diese Weise kommt es zu einer allgemeinen Steigerung der Krankheitsabwehr. Zunächst kann es unter der Eigenbluttherapie zu einer Verschlimmerung der Beschwerden (zum Beispiel erhöhte Körpertemperatur) kommen, was ein Zeichen für die Aktivierung der Selbstheilungskräfte des Körpers ist. Aus diesem Prozess heraus ist dann eine Heilung möglich. Die Reizwirkung des Eigenblutes kann zusätzlich verstärkt werden, indem das Blut zum Beispiel mit Wärme, UV-Licht oder Elektrizität behandelt wird.

Quelle: EMR Schweiz

Notwendige Ausbildungsdauer in Std. für die Krankenkassenanerkennung in der Schweiz:

Methodenausbildung: 150
Schulmedizinische Ausbildung: Arzt FMH

EMR-Methode Nr. 61


 

 

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