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Akupunktur TCM 5

Die Akupunktur gehört zu den wichtigsten Behandlungsmethoden der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Dabei werden bestimmte Punkte der Haut durch das Einstechen von dünnen Nadeln stimuliert, um Blockaden im Energiefluss zu beseitigen und auf diese Weise Beschwerden zu heilen. Der Name Akupunktur setzt sich aus zwei lateinischen Wörtern zusammen: „acus“ bedeutet Nadel und „pungere“ heisst stechen. Im Chinesischen wird die Methode „Zhen jiu“ genannt, was „Nadelstechen, Brennen“ bedeutet.

Notwendige Ausbildungsdauer in Std. für die Krankenkassenanerkennung in der Schweiz:

Methodenausbildung: 300
Schulmedizinische Ausbildung: Naturheilpraktiker TCM oder Arzt

EMR-Methode Nr. 5

Bio-Medica Basel - Fachschule TCM Fachschule für TCM, Reflexzonentherapie, Massagepraktiken und Schulmedizinische Ausbildung



Grabfunde aus der Zeit von vor etwa 6000 Jahren zeigen, dass schon im damaligen China Menschen Steinsplitter verwendeten, um damit in schmerzende Körperstellen zu stechen. Später wurden Bambussplitter, Fischgräten und Knochen zu diesem Zweck eingesetzt.

In einem der wichtigsten Grundlagenwerke der chinesischen Medizin, dem „Huang Di Nei Jing“, dem „Buch des Gelben Kaisers über Innere Medizin“, das wahrscheinlich um 200 v. Chr. entstand, werden erstmals etwa 160 Akupunkturpunkte und Indikationen für ihre Anwendung beschrieben. Im Lauf der Zeit wurde die Akupunktur weiter entwickelt: In späteren historischen Werken werden 14 Haupt-Meridiane und bis zu 350 Akupunkturpunkte beschrieben.

Die erste Erwähnung der Akupunktur in Europa stammt aus dem 17. Jahrhundert. Damals erwähnte ein holländischer Arzt in einer Veröffentlichung erstmals die Verwendung von Nadeln, um das energetische Gleichgewicht im Körper wieder herzustellen. Der Begriff Akupunktur wurde von Jesuitenmönchen in Peking geprägt. Für kurze Zeit kam die Akupunktur damals in Europa in Mode, geriet dann aber wieder in Vergessenheit.

In China wurden die TCM und die Akupunktur zwar erfolgreich bei Alltagsleiden angewendet, gegen schwerere Krankheiten konnten sie jedoch wenig ausrichten und eine Chirurgie im heutigen Sinn gab es überhaupt nicht. Deshalb wurde das traditionelle Medizinsystem nach der Einführung der westlichen Medizin in China im 19. Jahrhundert zunächst in den Hintergrund gedrängt. Im Jahr 1929 wurde die TCM in China sogar teilweise verboten. In den 1950er Jahren begann die kommunistische Regierung der neu gegründeten Volksrepublik China alte nationale Kulturgüter zu fördern. In diesem Zusammenhang bemühte man sich auch, die Medizintradition der TCM wiederzubeleben und zu verbessern. Dies war der Beginn der „modernen“ TCM. Heute werden TCM und Akupunktur in China parallel zur westlichen Medizin an den chinesischen Universitäten gelehrt. Ein Teil der medizinischen Einrichtungen in China arbeitet nach den Prinzipien der traditionellen Medizin, der Bevölkerung ist freigestellt, welche Art der Behandlung sie im Krankheitsfall wählt.

Mit der Öffnung der Volksrepublik China in den 1970er Jahren nach aussen begann der Transfer der TCM-Methoden nach Nordamerika und Europa. Vor allem die Akupunktur erlebte einen regelrechten Boom, nachdem ein amerikanischer Journalist über die erfolgreiche Akupunktur-Schmerzbehandlung vor und nach seiner Blinddarmoperation in China berichtet hatte. Inzwischen gehört die Akupunktur zu den am weitesten verbreiteten alternativen Heilmethoden. Sie wurde ständig weiterentwickelt und es entstanden Varianten wie die Elektroakupunktur, die Laser-Akupunktur und die Ohrakupunktur.

Akupunktur ist die wissenschaftlich am besten untersuchte alternative Heilmethode. Durch zahlreiche klinische Untersuchungen hat sich die Akupunktur in den letzten Jahren zunehmend als Ergänzung zur konventionellen Medizin etabliert. In vielen Schmerzambulanzen von Universitäten gehört Akupunktur zum Repertoire der Behandlungsmöglichkeiten und viele Ärzte bieten Akupunkturbehandlungen in ihren Praxen an. Auch im Bereich der Geburtshilfe kommt Akupunktur häufig zum Einsatz.

Die Akupunktur basiert auf den Theorien und Prinzipien der TCM. Die TCM sieht den Menschen als ganzheitliches Wesen, das in die Natur und das System des Yin und Yang eingebunden ist. Yin und Yang stehen für gegensätzliche, aber sich auch ergänzende Kräfte oder Energieformen, die immer in Wechselbeziehung zueinander stehen wie zum Beispiel Tag und Nacht, Erde und Himmel oder Kälte und Wärme. Dabei handelt es sich jedoch nicht um starre, sondern um wandelbare, ineinander übergehende, sich gegenseitig bedingende Zustände: Der Tag wird zur Nacht, und ohne den Tag gäbe es keine Definition der Nacht. Nach dem System des Yin und Yang werden nicht nur Naturphänomene kategorisiert, sondern auch der menschliche Organismus. „Yang-Organe“ sind zum Beispiel Gallenblase, Dünn- und Dickdarm, Magen und Harnblase. Zu den „Yin-Organen" gehören Leber, Herz, Milz, Lungen und Nieren. Da Sezieren und Obduzieren in China bis ins 20. Jahrhundert hinein tabu waren, gab es in der TCM lange Zeit nur eine ungefähre Vorstellung von der Lage und der Funktion der Organe. Der Begriff „Organ“ bezeichnet in der TCM deshalb immer einen ganzen Funktionskreis: Zur „Lunge“ gehört nicht nur die Lunge selbst, sondern auch die Riechorgane und die gesamte Atemfunktion.

Das dynamische Wechselspiel von Yin und Yang bringt die Lebensenergie der Natur, das Qi hervor. Qi ist die Grundlage alles Lebendigen und bildet auch die Lebensenergie des menschlichen Körpers. Die Lebensenergie fliesst in Energie-Leitbahnen, den sogenannten Meridianen (Jing Luo), durch den Körper und hat viele verschiedene Funktionen: Qi schützt den Körper vor Erkrankungen, fördert Wachstum und Entwicklung, regt die Funktion der inneren Organe an, bildet und verteilt Blut und Körpersäfte, steuert die Körpertemperatur und reguliert den Wasserhaushalt und die Verdauung. Zusammen mit der Essenz (Jing), dem Blut (Xue) und den Körpersäften gehört Qi zu den Grundsubstanzen, die die materielle und funktionelle Grundlage des Körpers bilden. Auch die vier Grundsubstanzen werden durch die Polaritäten Yin und Yang beeinflusst und gesteuert.

Die Meridiane leiten die Lebensenergie durch den ganzen Körper und bilden so einen Energiekreislauf, der Organe und Organsysteme zu funktionellen Einheiten verbindet. Auf den Meridianen befinden sich zahlreiche Akupunkturpunkte, über die das Fliessen der Lebensenergie beeinflusst werden kann.

Befinden sich die Yin- und Yang-Elemente im Körper in einem dynamischen Gleichgewicht, kann die Lebensenergie Qi ungehindert den Körper durchfliessen – der Mensch ist gesund. Krankheiten entstehen, wenn die Harmonie des Yin-/Yang-Systems gestört ist und daraus Blockierungen und Stauungen der Lebensenergie resultieren. Krankheiten können beispielsweise ausgelöst werden durch äussere, klimatische Einflüsse wie Hitze, Kälte oder Wind, sowie durch innere, emotionale Faktoren wie Ärger, Freude, Angst oder Sorgen. Weitere Krankheitsursachen können Ernährungsfehler, Überanstrengung oder Verletzungen sein. Die Behandlung zielt darauf ab, das Qi im Körper wieder zum Fliessen zu bringen und so das Ungleichgewicht zwischen den beiden Prinzipien wieder zu harmonisieren. So kann beispielsweise durch das Einstechen von dünnen Nadeln in bestimmte Akupunkturpunkte eine Blockierung beseitigt, der Qi-Fluss gestärkt oder ein Überfluss an Qi abgeleitet werden.

Quelle: EMR Schweiz


 

 

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